Das Wichtigste in Kürze
- Wartungsende: Die reguläre Wartung für SAP ECC 6.0 endet am 31.12.2027.
- Verlängerung: SAP bietet eine erweiterte Wartung bis zum 31.12.2030 an. Dafür verlangt SAP einen Aufschlag auf die Wartungsgebühr.
- Danach: Ohne Verlängerung bleibt die kundenspezifische Wartung. Sie liefert keine neuen gesetzlichen Änderungen mehr.
- Aufwandstreiber: Eigenentwicklungen und Z-Programme bestimmen den Umfang jeder Migration.
- Clean Core: Wir lösen Eigenentwicklungen aus dem ERP und bauen sie als Software daneben. Ihr ERP bleibt führend. Die Migration wird kleiner.
Was Ende 2027 endet
SAP hat die Wartung für die Kernanwendungen der SAP Business Suite 7 festgelegt. Dazu gehört SAP ECC 6.0. Die reguläre Wartung läuft bis zum 31.12.2027.
Unternehmen können die Wartung bis zum 31.12.2030 verlängern. SAP berechnet dafür einen Aufschlag auf die bisherige Wartungsgebühr. Die Verlängerung verschafft Zeit. Sie löst die Migration nicht.
Ohne Verlängerung fällt ECC ab 2028 in die kundenspezifische Wartung. SAP löst dann bekannte Probleme weiter. Neue gesetzliche Änderungen liefert SAP aber nicht mehr. Das betrifft zum Beispiel Steuerregeln, Meldewesen und E-Rechnung. Jede neue Vorgabe müssen Sie dann selbst im System umsetzen.
Ihre Optionen
Mittelständler haben vier Wege. Jeder Weg hat eigene Risiken.
S/4HANA mit neuem System
Sie bauen S/4HANA neu auf und übernehmen nur die Daten, die Sie wirklich brauchen. Altlasten bleiben zurück. Der Aufwand für Prozesse und Schulung ist hoch.
S/4HANA mit Systemumstellung
Sie stellen Ihr bestehendes System auf S/4HANA um. Prozesse und Eigenentwicklungen ziehen mit. Jede Eigenentwicklung müssen Sie dabei prüfen und anpassen.
Verlängerte Wartung bis 2030
Sie gewinnen drei Jahre und zahlen dafür eine höhere Wartungsgebühr. Nutzen Sie die Zeit für die Vorbereitung. Sonst stehen Sie 2030 vor derselben Entscheidung.
Wechsel auf ein anderes ERP
Sie wählen ein anderes ERP-System. Auch hier müssen Ihre Eigenentwicklungen mit. Je mehr Logik im alten ERP steckt, desto größer wird der Wechsel.
Eigenentwicklungen bestimmen den Aufwand
Viele SAP-Systeme im Mittelstand sind über Jahre gewachsen. Eigene Reports, Z-Programme, User Exits und angepasste Masken bilden Abläufe ab, die der Standard nicht kannte. Dieses Wissen steckt heute im ERP.
Bei jeder Migration müssen Sie diese Eigenentwicklungen prüfen. Ein Teil läuft nicht mehr, weil S/4HANA Tabellen und Datenmodelle geändert hat. Ein anderer Teil wird gar nicht mehr genutzt. Der Rest ist geschäftskritisch.
Diese Fragen klären Sie zuerst:
- Welche Eigenentwicklungen nutzen Ihre Teams tatsächlich?
- Welche Aufgaben deckt der heutige Standard ab?
- Welche Logik unterscheidet Ihr Unternehmen vom Wettbewerb?
- Welche Daten braucht jede Eigenentwicklung aus dem ERP?
Clean Core: Das ERP bleibt Standard
Clean Core heißt: Der Kern des ERP bleibt nah am Standard. Erweiterungen laufen außerhalb und greifen über freigegebene Schnittstellen auf das ERP zu. SAP selbst empfiehlt diesen Ansatz für S/4HANA.
So setzen wir Clean Core um:
- Ungenutzte Eigenentwicklungen entfallen.
- Aufgaben, die der Standard abdeckt, wandern in den Standard.
- Geschäftskritische Logik bauen wir als eigene Anwendung neben dem ERP.
- Die Anwendung liest und schreibt über Schnittstellen. Ihr ERP bleibt führend.
Das gewinnen Sie:
- Die Migration wird kleiner, weil weniger Code im ERP steckt.
- Ihre Eigenentwicklungen überstehen auch das nächste Upgrade.
- Ihre Logik hängt nicht mehr an einem ERP-Anbieter.
- Neue Anforderungen setzen wir in der eigenen Anwendung um, ohne Eingriff ins ERP.
So gehen wir vor
1. Ist-Stand-Analyse
Wir erfassen Ihre Eigenentwicklungen und prüfen ihre Nutzung. Für jede Eigenentwicklung entscheiden Sie mit uns: entfällt, Standard oder eigene Anwendung.
2. Zielbild
Wir beschreiben, welche Anwendungen neben dem ERP entstehen. Dazu legen wir Schnittstellen, Datenflüsse und Zuständigkeiten fest.
3. Umsetzung vor der Migration
Wir bauen die Anwendungen und binden sie an Ihr heutiges ERP an. Ihre Teams arbeiten schon damit, bevor die Migration beginnt.
4. Migration mit kleinerem Kern
Ihr ERP-Partner migriert ein schlankeres System. Die eigenen Anwendungen binden wir danach an das neue ERP an.
Die Ist-Stand-Analyse ist der erste Schritt. Danach wissen Sie, wie groß Ihre Migration wirklich ist. Den Umfang der Analyse klären wir im Erstgespräch.
Quellen
- SAP News Center, 4. Februar 2020: SAP Extends Maintenance Commitment for SAP S/4HANA, Provides Choice and Clarity to Customers
- SAP: Clean Core als Leitlinie für Erweiterungen in SAP S/4HANA
Häufige Fragen
Wann endet die Wartung für SAP ECC?
Die reguläre Wartung für SAP ECC 6.0 endet am 31.12.2027. Gegen Aufpreis verlängert SAP die Wartung bis zum 31.12.2030.
Was passiert, wenn wir nach 2027 nicht migriert haben?
Ohne Verlängerung fällt ECC in die kundenspezifische Wartung. SAP liefert dann keine neuen gesetzlichen Änderungen mehr. Neue Vorgaben setzen Sie selbst um.
Was passiert mit unseren Z-Programmen bei der Migration auf S/4HANA?
Jedes Z-Programm muss geprüft werden. Manche laufen wegen geänderter Datenmodelle nicht mehr. Wir lösen geschäftskritische Eigenentwicklungen aus dem ERP und bauen sie als eigene Anwendung daneben. So wird die Migration kleiner.
Was bedeutet Clean Core?
Clean Core heißt: Der Kern des ERP bleibt nah am Standard. Erweiterungen laufen außerhalb und nutzen freigegebene Schnittstellen. Upgrades und Migrationen werden dadurch einfacher.
Womit fangen wir an?
Mit einer Ist-Stand-Analyse Ihrer Eigenentwicklungen. Sie zeigt, was entfällt, was der Standard abdeckt und was als eigene Anwendung neben dem ERP läuft.
